Zwischen hupenden Taxis, viel Fleisch und einem Berg an Herzlichkeit

Angekommen

Am 11. August war es nun also so weit: Nach einer schlaflosen Nacht im Flugzeug landeten wir endlich in Windhuk. Überwältigt von den vielen neuen Eindrücken wurde ein Gefühl immer deutlicher: unsere Vorfreude, die auch unsere Müdigkeit überwog. Trotz einiger Probleme am Flughafen mit dem Visum kamen wir schlussendlich sicher bei unserer Vermieterfamilie, den Petersons, an, die uns sehr herzlich empfing.

Die erste Nacht in Windhuk ähnelte jedoch mehr einer Nacht am Nordpol. Bei 2 Grad Außentemperatur, nicht isolierter Wohnung und fehlenden Heizmöglichkeiten erlebten wir den namibischen Winter hautnah. Nach dieser Nacht kränkelten schon einige der Freiwilligen, mich eingeschlossen. Doch man lernt aus seinen Fehlern: Deshalb gehörten zur „Schlafausstattung“ der folgenden Nächte dicke Pullover, die selbst gestrickten Socken von Oma, ein Stapel Decken und vieles mehr, was warm hält.

Mittlerweile fühlen wir uns echt wohl in unserer Wohnung in Khomastal, einem Teilort von Windhuk, die direkt über der Wohnung der Vermieterfamilie liegt. Grund dafür ist nicht nur die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Petersons oder das gute Miteinander der insgesamt 8 Freiwilligen, sondern auch unser Balkon, der eine super Aussicht über Khomastal (sowohl nachts als auch tagsüber) und einen richtig schönen Blick auf den Sonnenuntergang bietet.

In den drei Wochen, in denen wir schon hier sind,  kommen wir immer besser zurecht. Das ständige Angehuptwerden von Taxis (Hupen als Zeichen von „Platz frei“ im Taxi) überhören wir teilweise schon (am Anfang bin ich jedes Mal erschrocken), das Herunterhandeln des Fahrpreises in Taxis auf 10 Namibische Dollar (entpricht ca. 1 Euro) beherrschen wir langsam wie die Profis, und auch unsere Kochkünste reifen immer mehr.

Fleisch und noch mehr Fleisch

Richard, unser Gastvater, nahm uns auch sofort am zweiten Tag auf der Ladefläche seines Pick-ups mit, um uns ein bisschen Windhuk zu zeigen. Dabei fehlen durfte auf keinen Fall der berüchtigte Fleischmarkt Kabana, der sowohl bei Einheimischen wie auch bei Touristen sehr beliebt ist, denn hier bekommt man viel (und auch sehr gutes) Fleisch für wenig Geld. Hier wird das Fleisch von den Tieren, die am selben Morgen geschlachtet wurden, verkauft (teilweise frisch gegrillt, teilweise roh). Doch man sollte sich den Kabana nicht wie einen Markt in Deutschland vorstellen. Hygiene wird hier nicht so groß geschrieben, hier liegen riesige Fleischmengen den ganzen Tag teilweise in der Sonne und ungekühlt auf Holztischen. Wenn man den Kabana besucht, sollte man zudem seine gewohnte Essweise mit Messer und Gabel ablegen, denn hier wird so gut wie alles mit der Hand gegessen, egal ob es das Fleisch direkt vom Grill oder Tomatensalat ist. Gerade dort hat man wieder gemerkt, was für ein fleischlastiges Land Namibia ist, so dass der ein oder andere Vegetarier unter uns Freiwilligen schon sein Vegetariererdasein aufgegeben hat.

Daan-Viljoen-Wildpark

Auch besuchten wir den Daan-Viljoen-Wildpark, der sich etwa 24 km westlich von Windhuk auf dem Khomas-Hochland befindet. Neben den über 200 Vogelarten leben in dem Park auch noch Kudus, Oryxantilopen, Gnus, Bergzebras, Affen, Giraffen und Wildschweine. Obwohl wir einen 9 km langen Wanderweg auf uns genommen hatten, mussten wir uns leider „nur“ mit Eidechsen, Tierschädeln und weit von uns entfernten Affen zufriedengeben. Die Landschaft und die Aussicht lohnten sich jedoch umso mehr. Auf dem Rückweg mit den Taxis konnten wir noch Zebras und Giraffen sehen – was uns naürlich umso mehr freute. Zufrieden und erschöpft von der 4-Stunden-Wanderung machten wir uns auf den Heimweg.

Am Montag geht es endlich los!

Am Montag, den 3. September, beginnt für alle endlich die Projektarbeit (hier in Namibia sind derzeit noch Schulferien), also auch für Sophia und mich die Soup Kitchen. Erwartungsvoll und voller Vorfreude blicken wir nun unserer bevorstehenden Arbeit mit den Kindern und der Leiterin Frieda entgegen.

Vielen Dank an Pia und Severin für die Fotos:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.